Frühe Gedichte

Im Sommer – sagst du –
spielt hier die Orgel …

an das weiche Gras denke ich
und dass die Wiese nun welkt.

Gegen den Sog des Herbstes
halte ich dich fest –

von Autos verbellt.

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Wie du so vor der
Sparkasse lümmelst

die Beine weit
auseinander gestellt

sehe ich dich plötzlich
vor südlicherem Himmel

und warte auf die laue
Sommernacht

voll von Gefahren

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Zu schläfriger Elegie reichts mir
nur noch, bloß elegisch ist mir nach
dir: unser erschrockenes Spiel
zwänge den Himmel zu Regenbogen und
Sturm? – kltaschnass wie wir zurückbleiben
blüht uns Seegras im Haar.

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Gib dich aus den Händen ach
das Schöne wächst dir über den Kopf
und mir zuweilen blühts aus
Kalenderblättern hervor. Seiner Linie
folgend verlier ich aufweinend jeden
Boden, geh lachend in der Luft wie
vormals einer übers Wasser.

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Wie die Schnecke
in Salz und Wasser

gekocht
aus dem Spiralenhaus
gezogen

aus dem Weinberg
dir zwischen die Zähne

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Korinthisch, die Säulen, sage ich und
strecke die Hand nach dir aus;
du sagst: schon möglich,
und ziehst mich einfach an dich;
das ist ein Traum, versuch ich zu lächeln
und du sagst nur, dann solle ich träumen;
aber wie wird das Aufwachen, frage ich ängstlich
und du tötest mich einfach durch einen Kuß.

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In den Zweigen über mir verursacht werbendes
Gezwitscher schrille Schmerzen; achtlos
les ich und blättre mechanisch und denk

an das Lächeln hinter der Theke
das mir im Vorbeigehn flüchtig
gefiel und mit schiefem Grinsen
nenn ich es vollkommen schön –

Unter meinem Liegestuhl
wächst das Gras und Wolken
treibt der Wind in pathetischen
Fetzen doch nüchtern vorbei.